Smarte Beamer zur WM

Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür, und was gibt es da besseres, als die Spiele gemeinsam mit Freunden anzuschauen und mitzufiebern. Wer sich die Stimmung einer öffentlichen Vorführung (Anm. der Redaktion: Der Begriff „Public Viewing“ widerstrebt uns, da er im Original etwas ganz anderes bedeutet. Nämlich die Möglichkeit, einen Verstorbenen ein letztes Mal im offenen Sarg zu sehen.) in den eigenen Garten holen möchte, der braucht ein größeres Bild, als es die meisten Fernsehgeräte bieten. Wir stellen Dir deshalb hier drei smarte Beamer zur WM vor, die Du in Dein Smart Home integrieren kannst, und mit denen Du auch nach der WM noch Filme wie im Kino genießen kannst.

Beamer werden immer günstiger

Vor wenigen Jahren noch war es ein Luxus, einen Beamer zu besitzen. Die Geräte waren oft sündteuer und hatten zudem noch das Problem, dass die Leuchtmittel schnell verschlissen waren. Der Austausch kostete dann oft nochmals eine Menge Geld.

Aber inzwischen ist die Technik weit vorangeschritten, und LEDs haben Einzug in die Beamertechnik gehalten. Das macht sie nicht nur haltbarer, sondern auch erschwinglicher für den Konsumenten. Es gibt heute schon Geräte für unter 100 EUR! Dass diese dann mit Top-Beamern nicht Schritt halten können, leuchtet ein (Wortwitz! :-)), aber sie erfüllen häufig schon ihren Zweck.

Drei Technologien sind am verbreitetsten

Wenn man durch die Prospekte der Anbieter blättert, sieht man zumeist drei verschiedene Technologien, mit denen die Beamer arbeiten: LCD, LED und DLP. Wir erklären Dir kurz in wenigen Sätzen den Unterschied zwischen den dreien.

LCD-Beamer erzeugen ein Bild auf einem oder drei transparenten LC-Display(s), welches dann von einer lichtstarken Glühlampe durch ein Linsensystem Richtung Leinwand projiziert wird. Wie bei einem klassischen Dia-Projektor. Nachteil dieser Technik ist eine gewisse Trägheit der LCDs, wodurch sich bei schnellen Bildbewegungen Verwischungen abzeichnen können.

Beamer mit LED-Technik arbeiten ähnlich, ebenfalls mit Linsenoptik, verwenden aber eine Matrix aus LEDs als Lichtquelle, um gleichzeitig ein fertiges Bild zu erzeugen. 

DLP steht für „Digital Light Processing“ und funktioniert ganz anders. In einem sehr komplizierten Verfahren wird ein pulsierender Lichtstrahl so gesteuert, dass er einen einzelnen Bildpunkt darstellt. Also in Farbe und Helligkeit. Über eine Matrix aus mikroskopisch kleinen Spiegeln wird dieser einzelne Lichtstrahl zur Leinwand gesendet. Das Bild wird also erst zum Zeitpunkt des Projizierens erzeugt. Pixel für Pixel baut der DLP-Projektor das Bild sozusagen auf der Leinwand auf.

Welcher smarte Beamer zur WM ist für mich der Richtige?

Um diese Entscheidung treffen zu können, musst Du Dir drei Fragen beantworten:

  • Welches Budget habe ich zur Verfügung?
  • Wie hell ist die Umgebung, in der ich den Beamer nutze (Zeitpunkte der Gruppenspiele beachten!)
  • Wie will ich den Beamer mit dem Bildsignal versorgen?

Um die erste Frage abzudecken, die meist schon die ist, die alle anderen Entscheidungen beeinflusst, haben wir die hier vorgestellten Beamer in drei Preisklassen eingeteilt: Verteidigung, Mittelfeld und Sturmspitze.

Was können günstige Geräte schlechter als teure?

Preisgünstigere Beamer haben meist nur eine geringere Auflösung. Du wirst die Übertragungen also ggf. nicht in Full-HD sehen können, weil der Beamer nur z.B. 800×480 Bildpunkte anzeigen kann. Oft werben Hersteller damit, dass ihre Beamer auch Full-HD verarbeiten können, obwohl sie in Wirklichkeit eine geringere Auflösung haben. Das bedeutet aber nur, dass der Beamer das Signal am Eingang verarbeiten kann und das Bild auf die tatsächlich verfügbaren Pixel herunterrechnet. Ergebnis: Verlust von Details. Also gut aufpassen vor dem Kauf, was die tatsächlich verfügbare Auflösung ist!

Weitere Merkmale, bei denen man Abstriche machen muss, sind die Flexibilität bei der Größe der Bilddiagonale, die sich nur durch den Abstand des Beamers zur Projektionsfläche variieren lässt. Auch sind oft Lichtstärke, Kontrast und Farbwiedergabe nicht mit den Werten hochklassiger Geräte vergleichbar. Zum „Kicken kucken“ reicht die Qualität aber meist.

Warum ist die Helligkeit der Umgebung wichtig?

Gerade im unteren Preissegment sind die Geräte wie gesagt nicht sehr leuchtstark. Das heißt, wenn Du am Nachmittag bei Sonnenlicht im Garten die Spiele sehen möchtest, wird das Licht, das der Beamer zur Leinwand schickt, vom Sonnenlicht überstrahlt. Du siehst also unter Umständen wenig bis nichts. 

Für diesen Fall ist es am besten, Beamer und Leinwand zusammen in den Schatten zu stellen. Zum Beispiel in eine Garageneinfahrt. Oder unter eine selbstgebaute Bühne aus schwarzen Tüchern.

Aber wenn Dein Budget es zulässt, dann ziehe einen tageslichttauglichen Beamer in Erwägung, der leuchtstark genug ist, auch im Freien ein gutes Bild abzuliefern.

Bedenke, dass die Gruppenspiele der Fußball-WM teilweise nachmittags stattfinden, und dass auch das Finale bereits um 17 Uhr beginnt. 

Wie verbinde ich den Beamer mit der Bildquelle?

Typischerweise wird der Beamer über ein Kabel (meist HDMI) mit dem Satellitenreceiver oder der TV-Box verbunden. Smarte Beamer zur WM wollen wir aber kabellos betreiben. Wir haben uns darum Geräte herausgesucht, zu denen man das Bildsignal nach Möglichkeit über WLAN streamen kann. Dies ist meist schon mit einem WLAN-Dongle oder einem FireTV- oder Chromecast-Stick möglich. So reicht dem Beamer ein Stromkabel (es gibt übrigens auch akkubetriebene für das Beam-Erlebnis unterwegs!), und Du hast keinen Kabelsalat im Zuschauerraum. 

Beamer der Preisklasse „Verteidigung“

Wenn Du ein knappes Budget hast, aber dennoch gerne mit Deinen Freunden zusammen auf einer großen Leinwand die Fußball-WM auf einem Beamer sehen möchtest, dann sind die folgenden Geräte bis 200 EUR einen Blick wert:

Supergünstig ist der Mini-Beamer in LED-Technik von WONNIE. Für nur gut 83 EUR erhält man ein praxistaugliches Gerät. Klar, dass man hier Abstriche machen muss. Vor allem bei der nativen Auflösung von 800×480 Pixel! Als Anschlüsse gibt es AV, VGA, USB, MicroSD, HDMI und WLAN. Mit 2.200 Lumen ist er sogar einigermaßen lichtstark.  Durch seine kompakten Maße ist er leicht zu transportieren. Nachteil: Keine Deckenmontage möglich (Bild lässt sich nicht umdrehen), und der Lüfter ist recht laut.

 

Nur wenig mehr kostet der POYANK 2000, der per WLAN mit dem Mac, Smartphone oder Tablet gekoppelt werden kann. Seine 2000 Lumen Helligkeit sollten auch im Freien ein gutes Bild liefern. Achtung: Auch dieser Beamer hat nur 800×480 Pixel native Auflösung, auch wenn er mit 1080p beworben wird. Bei einer Entfernung von 5 Metern bringt er es auf 170 Zoll Bilddiagonale. Das Leuchtmittel ist noch eine klassische Lampe, das Bild wird per LCD erzeugt. Deckenmontage ist möglich. Per USB kannst Du z. B. einen FireTV-Stick anschließen und darüber Programme streamen.

 

Der absolute Preiskracher ist der DR.Q Beamer, der speziell für die Fußballweltmeisterschaft ein Upgrade erhalten hat. Auch dieser Beamer hat nur eine native Auflösung von 800×480 Pixel, rechnet also 1080p-Signale herunter. Mit 1800 Lumen ist er etwas lichtschwächer als die Konkurrenz, ein Einsatz im Freien ist also wohlfeil zu überdenken. Bei 5 Meter Distanz bringt er es auf eine Bilddiagonale von 170 Zoll.

 

 

 

Gerade noch unter der 200-EUR-Schallmauer rangiert der ultrakompakte „simple beamer“ von Vivibright. Herausragendes Merkmal dieses LED-Beamers ist seine geringe Größe von nur 20cm x 16cm x 8cm. Diese Minimaße machen ihn ideal zum Mitnehmen zum Fußballabend bei Freunden. An Bord ist ein Android 4.4 wie in einer Smart-TV-Box. Über den Google PlayStore lassen sich zahlreiche Apps installieren. Als Anschlussschnittstellen stehen zur Verfügung: WLAN, Bluetooth 4.0, 2x HDMI, USB, VGA sowie ein Antenneneingang. Achtung: Die native Auflösung beträgt auch hier nur 800×480 Pixel!

 

Beamer der Preisklasse „Mittelfeld“

Du willst ein preisgünstiges Gerät, aber es soll schon was „können“? Dann sieh Dich in unserem Mittelfeld um. Hier findest Du Geräte zwischen 300 und 800 EUR, die die Fußball-WM zum Genuss machen.

Der LCD-Projektor von EUG hat mit 3600 Lumen eine starke Lichtquelle. Damit kann man auch im Freien Filme -und eben Fußballspiele- schauen. Mit einer nativen Auflösung von 1280×800 Pixel kann er in HD 720p Bildgrößen bis 200 Zoll Diagonale produzieren. Per WiFi kannst Du über Android Miracast oder Airplay Geräte verbinden. Das Bordbetriebssystem ist ein Android 4.4, auf dem sich weitere Apps installieren lassen. Als Eingänge stehen 2 USB-Buchsen, ein HDMI-Anschluss, Antenneneingang, VGA sowie AV-Cinch-Buchsen zur Verfügung. Per Cinch-Kabel kann man externe Lautsprecher anschließen. Sogar 3D (RGB-Variante) ist möglich! Mit einem Amazon FireTV-Stick an USB angeschlossen stehen Dir alle Streamingmöglichkeiten offen.

 

Der Viewsonic PJD7720HD mit DLP-Technik wird allseits als Tausendsassa gelobt. Er hat eine echte native Full-HD-Auflösung mit 1920×1080 Pixel und eine Lichtquelle von 3200 Lumen. Nur wenig größer als ein DIN-A4-Blatt ist er leicht überall aufzubauen. Auch eine Deckenmontage ist möglich. Per WLAN ist er schnell mit dem Internet verbunden und lässt Dich über Netflix Filme schauen. Im Eco-Modus ist der Lüfter flüsterleise, im Standardmodus aber schon hörbar. Der dürfte aber nur im Freien notwendig werden, wo das nicht stört.

 

 

Eine besondere Eignung für Sportprogramme wird dem BenQ TH683 DLP-Projektor zugeschrieben. Mit 3200 Lumen bringt er auch reichlich Licht mit, um im Freien Fußball zu sehen. Dafür hat er sogar einen eigenen „Football Mode“ mit an Bord, welcher speziell für Fußballübertragung optimierte Bildeinstellungen bietet. So sind der Rasen sattgrün und die Spielertrikots farbecht. Auch bei heller Umgebung! Der dazugehörige Soundmodus hebt die Stimme des Kommentators hervor, wenn diese vom Jubel der Zuschauer übertönt wird. Pfiffiges Extra: Eine Möglichkeit der Stromversorgung über USB Typ-A macht den BenQ-Beamer zur Ladestation für Dein Smartphone.

 

 

Das obere Ende des Mittelfelds markiert der Acer P5515 DLP, der mit 4000 Lumen und nativer Full-HD-Auflösung von 1080p und 3D-Funktionalität aufwartet. Damit ist auch im hellen Garten Dein Fußballgenuss gesichert. Mittels optionalem MHL-Adapter kannst Du HD-Inhalte kabellos und unkomprimiert vom Smartphone oder anderen Videoquellen zum Beamer übertragen.

 

 

 

Smarte Beamer für die WM in der „Sturmspitze“

Wenn Geld keine Rolle spielt und Du auf jeden Fall ein Gerät der Spitzenklasse suchst, dann haben wir hier die folgenden Empfehlungen ab 800 EUR aufwärts für Dich.

Beginnen wir mit dem Epson EH-TW5650. Seine Projektionstechnik basiert auf LCD und bringt eine native Full-HD-Auflösung von 1920×1080 Bildpunkten. Mit 2500 Lumen ist er lichtstark genug für den Garten. Anschlüsse über Wi-Fi-Direct, 2x HDMI (1x MHL), USB 2.0 Typ A und Typ-B (Mini), VGA, AV-Cinch und Audio-Cinch sowie Cinch Audioausgang. Das Kontrastverhältnis von 60.000 zu 1 sorgt für sattes Schwarz im Heimkino. Mit der iProjection-App kannst Du den Beamer vom Smartphone aus steuern. Epson verspricht eine durchschnittliche Lebensdauer des Leuchtmittels von 11 Jahren. Stürmergerät zum Mittelfeldpreis.

 

 

Der BenQ W1700 4K ist ein DLP-Beamer der Oberklasse und bietet echte UHD-Auflösung mit 3840×2160 Bildpunkten. Und das auch in 3D! 2200 Lumen Leuchtstärke und Kontrastverhältnis von 10.000 zu 1 sind für die Fußball-WM im Freien noch gut, dies ist also eher ein Gerät für den Filmfan. Mit den drei verstellbaren Füßen richtest Du ihn auf jedem Untergrund gerade aus. Die Einrichtung geht spielend leicht. Und ab einer Distanz von 3,5 Metern hast Du 100 Zoll Bilddiagonale. Da wird das Finale ein Fest, und Du kannst in UHD sogar die Schweißperlen auf den Gesichtern der Spieler sehen.

 

 

Und wie schaust Du die WM-Spiele?

Verwendest Du schon einen Beamer? Hast Du aus eigener Erfahrung eine Empfehlung für einen Beamer zur WM, die wir hier noch nicht berücksichtigt haben? Dann hinterlasse uns doch einen Kommentar!

 

 

 

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