Ring Video Doorbell Türklingeln

Vergangenen März hatten wir Euch fünf Kamerasysteme zur Überwachung Eures Smart-Homes vorgestellt. In jenem Beitrag haben wir uns der Materie bereits angenähert. Heute wollen wir uns darum dem Thema Smarte Türklingeln widmen und betrachten die zwei Modelle Ring Video Doorbell 2 und Pro aus dem Hause Ring und schauen, wie Du sie mit Alexa und Deinem Echo in Dein Smart-Home integrierst. 

(Zuletzt aktualisiert am: 30. November 2018)

Wozu eine smarte Türklingel?

Türklingeln mit Kameras gibt es nun schon ziemlich lange. Der Haken dabei: Bei den herkömmlichen Systemen ist man darauf beschränkt, das Bild und den Ton nur über fest im Haus installierte Geräte empfangen zu können. Eine smarte Türklingel macht Dich dagegen unabhängig von Deinem Zuhause, und Du kannst auch von unterwegs per Smartphone-App oder vom Arbeitsplatz aus per PC sehen, wer gerade zuhause vor Deiner Tür steht und klingelt.

Die Kameras sind zudem meist detailliert konfigurierbar bezüglich des zu überwachenden Bildausschnitts, der Zeiten, wann sie überhaupt überwachen sollen, und wie sie auf Inhalte im Überwachungsbereich reagieren. Das können von den meisten herkömmlichen Videoüberwachungs- und Türklingelsystemen nur die teuersten Anlagen. Und diese sind zudem auch noch sehr aufwendig zu installieren, weil im Haus dafür Kabel gelegt werden müssen.

Alles, was eine smarte Türklingel heutzutage braucht, ist eine Stromversorgung (drahtgebunden aber auch per Akku) und eine Verbindung zum heimischen WLAN. Fertig. Den Rest steuerst Du dann über die Zentrale des Smart-Homes, per Tablet, oder eben mit Alexa auf Deinem Echo.

Der amerikanische Hersteller Ring hat sich von Anfang an auf smarte Türklingeln spezialisiert und kann getrost als Vorreiter auf diesem Markt betrachtet werden. Seit Anfang des Jahres ist Ring vollständig in Besitz von Amazon, was die Ring Video Doorbell besonders interessant macht, da sie zu 100% kompatibel mit Alexa ist.

Ring Video Doorbell 2 und Ring Video Doorbel Pro im Vergleich
Bildquelle: ring.com

Ring Video Doorbell 2 und Pro – Die Unterschiede

Für verschiedene Ansprüche bietet Ring verschiedene Varianten der Video Doorbell an. Wir betrachten hier einmal die „Standardausführung“ Video Doorbell 2, welche die zweite Generation der noch erhältlichen Video Doorbell ist. Und zum anderen, die etwas besser ausgestattete Pro-Version, die in einigen Details mehr zu bieten hat. Aber was sind konkret die Unterschiede zwischen diesen beiden? 

Kurz gesagt liegen die Hauptunterschiede der Pro-Version gegenüber der Standardversion in der Stromversorgung und der automatischen Bewegungserkennung. Drittens kann die Pro-Version auch in 5-GHz-WLAN-Umgebungen operieren, während die Standardversion auf 2,4 GHz beschränkt ist. Das Design ist ebenfalls leicht unterschiedlich, wobei die Pro-Version geringfügig kleiner ist.

Ring Video Doorbell 2 im Detail

Das de-facto Standardmodell von Ring, die Video Doorbell 2, verfügt bereits über eine 1080p-HD-Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv, das ein Sichtfeld von 160 Grad abdeckt. Die notwendige Energie liefert normalerweise ein Akku, wodurch die Montage besonders leicht ist, da nicht erst mit aufwendigen Baumaßnahmen eine Stromversorgung gelegt werden muss. Ihre Maße sind 12,83 cm x 6,35 cm x 2,74 cm.

Der Akku lässt sich schnell wechseln, ohne dass die Video Doorbell dafür demontiert werden muss. Es ist aber auch eine drahtgebundene Stromversorgung (zwischen 8 und 24 Volt, Gleichspannung) möglich.

Die Live-Bildübertragung ins Netz ermöglicht Dir, jederzeit zu sehen, was sich vor Deiner Haustür abspielt. Auch ohne, dass jemand den Klingelknopf gedrückt hat.  Die konfigurierbaren Bewegungsmelder lösen Ereignisse aus, über die Du Dich per App mittels Push-Benachrichtigung unterrichten lassen kannst. Mit dem Zwei-Wege-Audiosystem kannst Du via Video Doorbell von Deinem Smartphone, Tablet oder PC aus mit dem Besucher vor der Tür sprechen, ganz so als seist Du zuhause. Die Anzahl der Geräte, die per App auf die Kamera zugreifen, ist nicht begrenzt.

Die Bewegungssensoren sind so konfigurierbar, dass sie nur auf bestimmte Bildausschnitte reagieren. Damit vermeidest Du Fehlalarme, weil zum Beispiel ein Fußgänger auf dem Gehweg vorbeiläuft oder Nachbars Katze irrtümlich für einen Einbrecher gehalten wird.

In der Nacht sorgen Infrarot-LEDs für unsichtbare Beleuchtung für die Nachtsichaufnahmen. Die Ausleuchtung und Bildqualität sind sehr gut, man erkennt im Bild auch kleine Details. Damit bist Du auch im Dunkeln abgesichert. Wer es noch besser und heller will, für den ist die Ring Floodlight Cam eine mögliche Ergänzung.

Ring Video Doorbell Pro im Detail

Die Video Doorbell Pro erfordert eine feste Stromversorgung per 24-V-Trafo. Das heißt, sie kann nicht mit Akku betrieben werden.

Sie ist mit 11,43cm x 4,67cm x 2,03cm ein wenig kleiner als die Standardversion, und das äußere Erscheinungsbild der Ring Video Doorbell Pro kann über vier verschiedene mitgelieferte Blenden an die Tür angepasst werden. Das Design unterscheidet sich außerdem durch einen Rahmen um das Bedienfeld mit Linse und Klingelknopf herum.

Auch sie verfügt über Nachtsicht- und Live-Streaming-Funktion, kann aber zusätzlich noch Bewegungen automatisch nachverfolgen. Ihr Blickwinkel beträgt wie bei der „2“ ebenfalls 160 Grad.

Achtung: Wenn Du die Live-Bilder übers Internet übertragen möchtest, brauchen sowohl die Video Doorbell 2 als auch die Pro eine Upload-Bandbreite von mindestens 1 Mbit/s, empfohlen sind jedoch 2 Mbit/s. Ein guter Internetanschluss ist dafür also unbedingte Voraussetzung.

Welche soll ich nun nehmen?

Da die sichtbaren Unterschiede beider Varianten der Ring Video Doorbell sich auf die Größe des Gehäuses und die verschiedenen Frontblenden beschränken, ist es letztlich Geschmackssache. Wenn Dir ein kleineres Format (jeweils 1,5 cm Höhe und Breite weniger) und anpassbare Gehäusefarbe wichtig genug sind, um einen Preisunterschied von derzeit 80 EUR zu rechtfertigen, dann ist die Pro Deine Wahl. Ansonsten hat aus unserer Sicht die Video Doorbell 2 das bessere Preis-Leistungsverhältnis. Das gesparte Geld kannst Du dann ggf. noch in Zubehör investieren. Zum Beispiel einen Winkeladapter, mit dem man die Kamera zwischen 30 und 55 Grad seitwärts schwenken und befestigen kann, wenn die flache Montage an der Wand nicht den optimalen Blickwinkel ermöglicht.

Tipp: Wenn Du auf 1080p-HD-Video verzichten und Dich mit 720p zufrieden geben kannst, dafür aber noch mit 180 Grad noch weiteren Weitwinkel bevorzugst, dann kannst Du mit der ersten Generation der Video Doorbell ein richtiges Schnäppchen machen. Diese gibt es in vier verschiedenen Farben und kostet nämlich nur die Hälfte des Preises ihrer Nachfolgerin. Falls außerdem Dein Internetanschluss die oben geforderte Bandbreite nicht hergibt, dann ist die Video Doorbell 1 auch die bessere Wahl, denn hierfür sind nur 500 kbit/s mindestens erforderlich (empfohlen: 1 Mbit/s).

Video Doorbells im Überblick

Ring Protect – Datentarife zum Speichern der Videos

Alle Ring Video Doorbells sind in der Lage, die aufgezeichneten Videos verschlüsselt in einen Cloud-Speicher hochzuladen, um sie auch nachträglich noch sichten zu können. Auf diese Weise kannst Du „Beweisvideos“ vorzeigen, wenn Nachbars Hund auf dem Rasen in Deinem Vorgarten wieder einmal etwas hinterlassen hat. Oder im Falle eines Einbruchs hast Du Videomaterial, das Du der Polizei zur Verfügung stellen kannst.

Grundsätzlich gibt es bei Ring zwei Varianten: Datentarif pro Kamera oder pro Zuhause (zu den Tarifen).

Der „Protect Basic“-Tarif kostet pro Kamera 30 EUR im Jahr oder 3 EUR im Monat bei monatlicher Nutzung. Dafür kannst Du Videos in der Cloud Deines Ring-Kontos für bis zu 30 Tage aufbewahren, erhältst Benachrichtigungen in Echtzeit von Türklingel und Bewegungsmelder und einen Diebstahlschutz.

Der „Protect Plus“-Tarif kostet für das ganze Zuhause 100 EUR im Jahr. Das ist dann lohnenswert, wenn Du mehrere Video Doorbells oder Überwachungskameras von Ring in Deinem Zuhause verwendest, denn hier ist die Zahl der Kameras unbegrenzt. Als Protect-Plus-Kunde hast Du zudem einige Vergünstigungen, wie 10% Rabatt auf Käufe über ring.com, eine erweiterte Garantie oder kostenlosen Ersatz bei Verlust oder Beschädigung.

Ring-Apps fürs Smartphone, PC und Mac

Ring stellt für die meisten Plattformen eine Version seiner App kostenlos zur Verfügung, über die Du das Videosignal empfangen und per Zwei-Wege-Audio mit der Person vor der Video Doorbell sprechen kannst.

Siehe auch https://de.ring.com/gettheapp

Video Doorbell mit Alexa und Echo verbinden

Ring Video Doorbell SkillDas ist -wie könnte es anders sein?- supereinfach mit dem von Ring bereitgestellten, selbstverständlich kostenlosen Skill erledigt. Nach Herunterladen und Aktivieren des Skills kannst Du in der Alex-App eine Übersicht Deiner Ring-Kameras sehen. Dort steht auch der Name, über den Du die Kamera per Alexa aufrufen kannst.

Mit Echo-Geräten, die über einen Bildschirm verfügen, wie dem Echo Show oder dem Echo Spot, oder auch einem Amazon FireTV, sagst Du „Alexa, zeige Kamera [Kameraname]“, und Du siehst sofort, wer vor der Tür steht. Gerade das Echo Spot ist aufgrund seiner geringen Größe ja gern als Wecker auf dem Nachttisch im Einsatz. 

Hinweis: Aufgrund des Kommentars von Torsten haben wir uns noch einmal genauer die Benutzererfahrungen mit dem Skill angesehen. Es ist wichtig zu wissen, dass der Skill keine komplette Gegensprechanlage darstellt. Aktuell ist damit nur möglich, das Kamerabild mit Alexa auf den FireTV, Fire Tablet oder Echo Show zu holen. Der Skill ermöglicht NICHT, dass die Echos das Klingelsignal wiedergeben. Es ist aber davon auszugehen, dass der Funktionsumfang noch erweitert wird. Aber aktuell bietet der Skill nur das an, was in der Artikelseite beschrieben ist.

Fazit

Was den Komfort und die Sicherheitsmerkmale angeht, sind alle Ring Türklingeln absolut empfehlenswert. Die Wahl des jeweiligen Modells ist dann letztlich eine Frage des Geschmacks und/oder des Portemonnaies. Dass Ring die Videos auf eigenen Cloud-Servern in den USA speichert, mag für den einen oder anderen ein Killerkriterium sein, wenn das Vertrauen in die Datensicherheit fehlt. Hinzu kommt, dass man außer der Cloud-Lösung keine andere Möglichkeit hat, die Videos zum Beispiel auf einem eigenen Server im eigenen Netzwerk zu speichern. Sollte Ring diesen Dienst einmal einstellen, kommt man nicht mehr an die Videos heran.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Ring Klingeln sich trotzt IFTTT-Kompatibilität (bislang) nicht mit Smart-Home-Systemen wie Magenta SmartHome oder Homematic verbinden lassen, um beispielsweise den Bewegungsmelder der Klingel auch für die Beleuchtung zu nutzen, oder um die Anlage automatisch „scharf zu schalten“, wenn man das Haus verlässt. Dies als Hinweis für jene, die eines solcher Smart-Home-Systeme ihr Eigen nennen.

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2 Gedanken zu „Ring Video Doorbell Türklingeln

  • 29. November 2018 um 15:19
    Permalink

    Sorry, aber der Alexa-Skill ist einfach nur schlecht. Wenn Ihr Euch die Klingel kauft, das vergesst ALEXA. So wie der Skill aufgebaut ist, bringt Alexa keinen wirklichen Mehrwert.

    Ganz schlecht umgesetzt und ohne Support und Weiterentwicklung. Hätte ich gewusst, das die Anbindung an Alexa so schlecht ist, hätte ich mir die Doorbell nicht gekauft!

    Antwort
    • 30. November 2018 um 10:58
      Permalink

      Hallo Torsten,

      danke für Deine Rückmeldung. Es tut uns leid, dass Du so schlechte Erfahrungen machen musstest. Wir haben Deinen Hinweis berücksichtigt und oben im Text zum Skill ergänzt. Bevor noch andere damit „auf die Nase fallen“, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Aber tatsächlich werden diese auch nicht durch entsprechende Beschreibungen geweckt. Das muss man fairerweise sagen.

      Viele Grüße
      Sascha

      Antwort

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