Das Ende der Amazon Dash-Buttons

Amazon stampft die Bestellknöpfe ein

Amazons Dash-Buttons sind Geschichte. Nachdem der Online-Versandhändler im März 2019 den Verkauf seiner populären Bestellknöpfe eingestellt hatte, funktioniert seit knapp einem Jahr (Stand September 2020) auch die Bestellfunktion der bis dato ausgelieferten Dash-Buttons nicht mehr. Die WLAN-Bestellknöpfe ermöglichte es Prime-Mitgliedern, per Knopfdruck, Zahnpasta, Waschmittel, Windeln, Kondome oder sogar Bier zu bestellen. Doch das Oberlandesgericht München hatte ein Problem mit den Dash-Buttons: Da sich Amazon das Recht vorbehielt, den Preis willkürllich zu erhöhen oder den Kunden ein alternatives Produkt zu liefern – ein Kritikpunkt, der bereits von Stifung Warentest beanstandet wurde – musste der Konzern seine Bestellknöpfe einstampfen.

Die Geschichte hinter den Dash-Buttons

Als größter Online-Shopping Händler macht Amazon sich natürlich fortlaufend Gedanken darüber, wie der Umsatz erhöht werden kann. Wichtig ist es Amazon, dass der Kunde es dabei so leicht wie möglich hat. Bisher waren zum Online-Shopping entweder ein PC, ein Smartphone oder ein Tablet notwendig. Sicherlich ist dies vollkommen normal, wenn Du Dir einen neuen Kühlschrank oder eine Waschmaschine kaufen möchtest. Hier benötigst Du einige Informationen und möchtest vielleicht auch verschiedene Produkte miteinander vergleichen. Aber wie ist das wenn Du Waschmittel oder Windeln benötigst? Machst Du Dir hier auch die Mühe oder gehst doch lieber in den Laden um die Ecke? Damit dies nicht mehr notwendig ist, brachte Amazon die Dash-Buttons auf den Markt.

Der kleine Button ähnelte einer Türklingel oder einem Schlüsselanhänger und zeigte auf der Vorderseite neben dem Button das entsprechende Firmenlogo. Mit der rückseitig angebrachten Klebefolie konntest Du den Dash Button beispielsweise an den Kühlschrank kleben. Du konntest ihn Dir aber auch an den Schlüssel hängen. Über den Button konntest Du ein bestimmtes Produkt kaufen. Und dies wurde jeweils ganz einfach für den Käufer abgewickelt. In der entsprechende App konntest Du festlegen, welche Menge Du von dem Artikel immer bestellen wolltest und welche Variante benötigt wurde.

Nivea Men Dash ButtonDurex Dash ButtonGillette Dash ButtonOral-B Dash Button

Alte Dash-Buttons recyceln

Durch den Entscheid des Oberlandesgerichts München wurden die kleinen Plastikknöpfe im Türklingelformat zu Elektronikschrott. Wenn Du verantwortungsbewusst und der Umwelt zuliebe handelt möchtest, bringst Du Deine Dash-Buttons entweder am besten zum öfrtlichen Recyclinghof oder schickst sie direkt an Amazon zurück. Wie das funktioniert, erfährst Du hier!

Alte Dash Buttons neu verwenden

Versierte User und Bastler funktionierten die Bestellknöpfe zum Teil auch um, sodass sie damit unter anderem vernetzte Lampen im hauseigenen Smart Home ansteuern konnten. Diese speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Dash-Buttons für Entwickler – der „AWS IoT“ Button – wird weiterhin von Amazon angeboten. Diverse Fachzeitschriften zeigen, wie sich auch herkömmliche Dash-Buttons mit einem einfachen Hack für individuelle Zwecke nutzen lassen. Hier ein Artikel dazu in der Fachzeitschrift c’t.

Gibt es alternative One-Click-Einkaufsmöglichkeiten?

Amazon hatte bereits angekündigt, gegen das Urteil vorgehen zu wollen, trotz der Entscheidung, die Dash-Buttons vom Markt zu nehmen. Der Konzernriese setzt dabei weiter auf ähnliche „One-Click“-Bestelltechniken. Unter anderem gehören dazu virtuelle Bestellknöpfe auf der Amazon-Webseite und in der entsprechenden App. In den USA können Hersteller solche virtuellen Bestellknöpfe bereits in die Displays ihrer Geräte integrieren. Hierzulande wird es sowas in nächster Zeit (noch) nicht geben. Alternativ haben Amazon Kunden aber bereits heute die Möglichkeit, per Sprachbefehl an die Alexa-Assistentin einzukaufen. Bei all diesen Bestellformen ist aber eines klar: Da es schnell, einfach und möglichst automatisiert funktioniert, dürfte der Kunde das Produkt und den jeweiligen Preis kaum vor Augen haben.

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