Besseres Smart Home durch Bluetooth?

Viele Technikerfahrene glauben, bereits alles über Bluetooth zu wissen. Die in den 90er Jahren erfundene Funktechnik wird jedoch stets verbessert und punktet jedes Jahr mit noch mehr Anwendungsmöglichkeiten. Mittlerweile ist Bluetooth nicht nur in der Lage, zwei Geräte miteinander zu verbinden, sondern ermöglicht auch die Kommunikation zwischen mehreren technischen Einheiten. In den nächsten Jahren hat die erst vor Kurzem eingeführte Bluetooth Mesh-Netzwerk-Spezifikation das Potential, anderen Smart Home-Funktechniken den Rang abzulaufen.

Bluetooth im Alltag

Wir leben im Zeitalter der dritten industriellen Revolution und unser tägliches Leben ist geprägt und abhängig von modernster Technik. E-Mails und Instant Messengers auf Social-Media-Plattformen bieten Kommunikationskanäle, die unsere Informationen in Sekundenschnelle an ihren Empfänger weiterleiten. Längst hat es Bluetooth geschafft, die Kommunikation zwischen zwei verschiedenen Geräten herzustellen. Dies hat nicht nur viele Abläufe in sämtlichen Industriezweigen revolutioniert, sondern beeinflusst auch, wie wir Unterhaltung konsumieren: Ohne die drahtlosen Bluetooth-Technologie würden sich virtuelle Realitäten durch spezielle Headsets nur halb so realistisch anfühlen. Auch dynamische interaktive Spiele wie Tennis Virtua von Sega für die Nintendo Wii U sind nur durch die kabellose Wii-Bluetooth-Konsole möglich. Blickt man auf den heutigen Stand von Bluetooth, hat die Funktechnik unser Leben nicht nur unterhaltsamer gemacht, sondern auch um einiges vereinfacht.

Bluetooth als neuer Smart-Home-Standard

Bis vor ein paar Jahren waren die Anwendungsbereiche von Bluetooth im Smart Home relativ begrenzt. Dies ist hauptsächlich auf die Reichweite der Funktechnik zurückzuführen. Besonders, wenn es um Bluetooth-Lautsprecher geht, die in einem mehrstöckigen Haus verteilt werden sollen, stieß die Verbindung hier nach mehreren Metern bereits an ihre Grenzen. Durch eine neue Mesh-Netzwerk-Spezifikation, die 2017 mit Bluetooth LE 4 eingeführt wurde, änderte sich jedoch alles. Neueste Entwicklungen ermöglichten es einem Hausbesitzer plötzlich, fast alle Bluetooth-fähigen Geräte – unabhängig von der Reichweite – innerhalb eines Mesh-Networks (auf Deutsch: Vieleckschaltung) miteinander zu verbinden. Und so funktioniert es: Durch am Strom angeschlossene Geräte, die als Repeater wirken, wird das Bluetooth-Signal verstärkt und im gesamten Haus verteilt. Je größer das Smart Home, desto mehr Repeater sind notwendig. Kurz nach der Einführung von Bluetooth LE 4, erschien auch schon Bluetooth 5 und brachte eine noch bessere Vernetzung und ein höheres Maß an Übertragungssicherheit.

Bluetooth Alternativen

Die stärksten Bluetooth-Konkurrenten innerhalb des Smart Homes sind ZigBee und Z-Wave. ZigBee wird vornehmlich in Sensorennetzwerken und der Lichttechnik eingesetzt. Bisher überzeugte der Funkstandard durch seine Stabilität und eine einfache Handhabung. Ähnlich wie ZigBee wurde auch Z-Wave in den letzten Jahren im Bereich der privaten Hausautomation immer beliebter. Dank einer herausragenden Energieeffizienz eignen sich beide Funktechniken besonders für batteriebetriebene Geräte. Mit dem stetigen Fortschreiten der Bluetooth-Technologie ist jedoch abzusehen, ob die Funk-Alternativen auf die Dauer ihre Poleposition beibehalten werden. Der Grund: Viele Menschen, die noch kein Smart Home besitzen, verwenden Gadgets wie Kopfhörer oder Lautsprecher mit Bluetooth und sind mit dessen Handhabung bereits vertraut. Dies mindert erste Berührungsängste und der Traum vom Smart Home wird so gerade den technischen Laien um einiges greifbarer gemacht.

Genau wie ZigBee und Z-Wave kann auch das neue Bluetooth Mesh-Netzwerk mehrere Geräte miteinander verknüpfen und ist dabei kinderleicht einzurichten. Mithilfe des Smartphones oder Tablets können Raumtemperaturfühler, Heizungen, Lichtquellen und Jalousien im Handumdrehen gesteuert werden. Aufgrund eines besser regulierten Verbrauchs im Hinblick auf Heizung und Beleuchtung können Hausbesitzer gerade in den kälteren Wintermonaten Geld sparen. Bluetooth 5 punktet auch in Sachen Steuerung: Während ZigBee und Z-Wave eine separate Steuereinheit benötigen, dient bei Bluetooth das eigene Bluetooth-fähige Smartphone bereits als die einzige Steuerungszentrale. Laut der Bluetooth Special Interest Group (SIG), soll es bis zum Jahr 2020 weltweit bis zu 48 Milliarden Geräte geben, die größtenteils mit einem Bluetooth-Chip ausgestattet sind. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten steht Bluetooth 5 also stark im Vorteil.

Zusammenfassend gibt es für das Mesh-Netzwerk von Bluetooth 5 durchweg positive Zukunftsaussichten. Besonders die Tatsache, dass für seine Verwendung keinerlei zusätzliche Hardware benötigt wird, spricht für den Einsatz der Technologie im Smart Home. Da die Bluetooth-Vieleckschaltung erst seit Kurzem auf dem Markt ist, wird sich allerdings erst in der dauerhaften Anwendung zeigen, wie stabil das Netzwerk tatsächlich ist.

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