Der Amazon Echo Datenschutz im Visier der Verbraucherschützer

Spätestens seit Erscheinen des Smartphones ist der Datenschutz ein heikles Thema. Datenschützer warnen immer wieder vor Missbrauch sensibler Daten. Seit dem der Amazon Echo in Deutschland nun auch erschienen ist, ist der Datenschutz wieder ein aktuelles Thema.
In einem anderen Beitrag (Die Amazon Echo Cloud) haben wir bereits über die Funktionsweise der Sprachaufzeichnung innerhalb der Amazon Echo Cloud berichtet
Dadurch wissen wir schon dass die aufgezeichneten Sprachbefehle nicht lokal auf dem Amazon Echo verarbeitet werden. Die Auswertung und Datenverarbeitung erfolgt in der Amazon Echo Cloud.

Speziell diese Art der Verarbeitung von Daten kritisieren viele Datenschützer. Im Bezug auf den Amazon Echo Datenschutz warnte zuletzt erst die Datenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff davor, dass die gesammelten Daten nicht gut genug vor einem möglichen Datenmissbrauch geschützt seien.

Innovation vs. Privatsphäre

Wie viel Privatsphäre möchten wir gegen Innovation preisgeben? Wichtiger als die eigene Privatsphäre die man hier ja aufgrund der Bestellung des Gerätes freiwillig preisgibt, ist die der eigenen Gäste, denn diese müssten auf das neue Gerät und dessen Möglichkeiten bzw. Funktionen hingewiesen werden.

Denn besonders im Bezug auf den Amazon Echo Datenschutz ist das konsequente Aufzeichnen der Daten fragwürdig. Der Amazon Echo schneidet ohne Unterbrechung jedes Gespräch mit. Anschließend werden diese Daten auf das Aktivierungswort hin ausgewertet. Wird das Aktivierungswort „Alexa“ genannt, wird Alexa aktiv und wertet den kommenden Befehl aus.  Wird das Codewort nicht genannt werden die Daten im 3 Sekunden Takt gelöscht. Aber warum zeichnet Amazon Echo denn nun ununterbrochen auf anstatt nur dann wenn das Aktivierungswort genannt wird?

Stellen wir Alexa dem Menschen gleich wäre es dasselbe, als wenn man eine reale Person ruft. Diese Person kann nur dann reagieren, wenn der eigene Name gehört wird. Damit diese Person aber überhaupt ihren Namen hören kann, muss sie ebenso den Gesprächen mitlauschen. Der einzige Unterschied dabei ist, dass der Mensch dies im Unterbewusstsein tut.

An diesem Beispiel stellen wir fest dass der Amazon Echo in Verbindung mit der künstlichen Intelligenz Alexa dem Menschen nachempfunden wurde. Allerdings werden beim Menschen die Gespräche im Gehirn und somit unzugänglich aufbewahrt. Beim Amazon Echo hingegen liegen diese in einer Cloud des Amazon Web Services.

Der Amazon Web Services – ein kurzer Einblick

Im Jahr 2006 hat das Unternehmen Amazon eine Ansammlung unterschiedlicher Online-Dienste unter dem Begriff Amazon Web Services, kurz AWS, ins Leben gerufen. Das Ziel des Amazon Web Service ist es im IT Sektor eine Infrastruktur für Entwickler, Unternehmen und teilweise auch Endanwendern zur Verfügung zu stellen, um unterschiedliche Online-Dienste nutzen zu können.  Neben Microsoft Azure zählt AWS zu den größten und bedeutendsten internationalen Angeboten im Cloud Computing. Viele bekannte Unternehmen verwenden den Dienst von Amazon für ihre Zwecke. Darunter beispielsweise Dropbox, Netflix oder Reddit. Im Jahr 2013 stieß sogar die CIA durch einen 600 Millionen schweren Vertrag dazu, um die Cloud für ihre Dienste nutzen zu können.

Auf eben genau diese Cloud werden die Daten eines jeden Amazon Echo Benutzers hochgeladen. Ob man sich nun auf diesen Service verlassen möchte oder nicht ist selbstverständlich jedem selbst überlassen. Wenn man aber bedenkt welche anderen Global Players ein und dieselbe Cloud für ihre Daten verwenden und darauf vertrauen, dass ihre Daten geschützt sind, sollte man sich unserer Ansicht nach keine allzu großen Gedanken darüber machen. Vielmehr ist es ja so dass die Daten mit der Zustimmung jedes einzelnen erhoben werden. Denn mit jedem Kauf oder Nutzung eines Services stimmt man der AGB und damit der Datenschutzerklärung zu!

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„Vergesslich im Alltag ? Nicht mit Amazon.“ So oder so ähnlich könnte auch ein Slogan von Amazon lauten. Denn Amazon ist aufgrund der Cloud aktuell in der Lage ein vollständiges Profil von jedem Benutzer aufzubauen. Denn nicht nur Informationen wie etwa das Suchverhalten oder getätigte Bestellungen, sondern auch Standortdaten und Zeitstempel werden gespeichert. Somit weiß Amazon genau was welcher Benutzer um welche Uhrzeit und an welchem Ort er bei Amazon gekauft hat. Schließlich werden kaum bis gar keine Daten gelöscht, sofern nicht der Benutzer explizit darauf hinweist, darum bittet oder die Löschung der Daten selbst durchführt.

Benutzerdaten sind Goldwert, das weiß Google, Microsoft und natürlich auch Amazon. So werden Einkaufsdaten von allen Benutzern gesichert, selbst wenn deren Einkäufe bereits Anfang der 2000er stattgefunden hat. Einen triftigen Grund für diese lange Speicherzeit gibt es nicht. Begründet wird dies lediglich damit, dass das Einkaufserlebnis stetig verbessert werden soll. Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass sowohl bei einer Fusionierung als auch bei einer Spaltung von Unternehmen, Daten, gedeckt vom Datenschutz, entsprechend weitergegeben werden dürfen.

Amazon Echo Datenschutz

Datenschutzerklärung Amazon

Amazon ist ein Weltunternehmen. Dementsprechend aufgebläht ist auch der Amazon Echo Datenschutz sowie die Datenschutzerklärung. Denn diese muss neben dem eigentlichen Shop auch den Amazon Web Service abdecken. Schließlich wird Amazon täglich von mehreren Millionen Kunden besucht. Die Verbraucher vertrauen dabei auf den Händler und bemerken nicht, dass sie manchmal Gefahr laufen, einem Datenmissbrauch ausgesetzt zu werden.

Amazon stand wegen dem angeblich mangelnden Datenschutz in der Europäischen Union immer wieder in der Kritik. Im Jahr 2015 wurde Amazon dann schließlich aus diesem Grund von der Europäischen Datenschutzgruppe CNPD geprüft. Diese setzt sich aus Vertretern der Datenschutzbehörden aller EU-Mitgliedsstaaten sowie aus einem Vertreter der Europäischen Kommission zusammen. Die Datenschutzgruppe ist mit der Harmonisierung der Anwendung dieser Regeln innerhalb der EU vertraut. Die CNPD bestätigte, dass das Data Processing Addendum mit den Standardvertragsklauseln der EU vereinbar ist. Diese Richtlinie beschäftigt sich mit der Übermittlung von Daten in Drittstaaten außerhalb der EU. Somit entspricht die Handhabung der Daten bei Amazon den EU-Richtlinien. Ob diese Regularien nun ausreichend sind, darüber lässt sich streiten. Fakt ist jedoch das Amazon die Benutzerdaten gegenüber Staaten außerhalb der Europäischen Union nach EU-Standards behandelt. Aber wie ist eigentlich der Amazon Echo Datenschutz in Deutschland im Bezug auf unserem Telekommunikationsgesetz?

Das Telekommunikationsgesetz

Gesetze sollen Bürger schützen, so auch das deutsche Telekommunikationsgesetz auch bekannt als TKG. Doch greift dieses Gesetz eigentlich bei Daten, welche in einer Cloud abgelegt werden? Leider nein! Das Telekommunikationsgesetz zielt eher auf die Datenübertragung zwischen Provider und Benutzer und nicht auf Daten in der Cloud. Zu den geschützten Daten des TKG gehören Daten wie der Verbindungsaufbau und die Einzelverbindungsnachweise bei Telefongesprächen.


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Der Amazon Echo Datenschutz

Der Amazon Echo ist nur eine neue Innovation auf dem Markt und der Aufschrei um den Datenschutz ist hoch wie nie. Tatsächlich kann aber in jedem Elektrogerät welches in irgendeiner Hinsicht an das Internet angeschlossen und mit einem Mikrofon, Kamera oder Ähnlichem ausgestattet ist, potenziell als Wanze genutzt werden.

Microsoft’s Kinect ist nur ein Beispiel dafür, wie ein Wohnzimmer per Infrarot Kamera ständig video- und mit einem Mikrofon entsprechend Audioüberwacht werden kann. Dieses Zusatzgerät wird genutzt, um dem Kunden mittels der Konsole und dem Kinect ein innovatives Erlebnis anzubieten.

Auch die Hersteller Sonos und Libratone haben bei ihren Lautsprechern teilweise Mikrofone eingebaut. Diese könnten aus technischer Sicht ebenso zur Ausspähung verwendet werden. Firmen setzten auf diesen Innovationstrend um einen möglichen Markt nicht zu verpassen.

Aber allen vorweg ist das Smartphone. Ausgestattet mit einem Mikrofon und mittlerweile gleich mehreren Kameras stellt es potenziell die größte Gefahr dar abgehört oder sogar gefilmt zu werden. Zudem sind die Geräte permanent mit dem Internet verbunden. Der Benutzer würde es nicht einmal merken wenn noch jemand anderes zuschaut oder mithört.

Fazit

Der Amazon Echo Datenschutz ist ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema das wir nicht unterschätzen sollten. Es gibt viele Möglichkeiten seine Daten zu schützen. Der beste Schutz ist es keine Daten zu erzeugen. Doch wer mit dem Trend der Zeit geht wird zwangsläufig immer Daten erzeugen. Außerdem bleibt die Frage ob Daten nicht schon vorher abgegriffen werden können und zwar an gewissen Knotenpunkten innerhalb Deutschlands wie z.B. in Frankfurt am Main. Auf der Cloud einmal angekommen unterliegen die Daten einer der höchsten Sicherheitsstandards. Selbst Vorgänge beim Online Banking erreichen nicht die Standards die Amazon Web Service seinen Benutzern bietet.

Auf den Punkt gebracht gilt hier aber weiterhin ganz klar: „Big Brother Is Watching You“. Denn eine 100 prozentige Sicherheit bei Daten im Internet gibt es nun Mal nicht. Generell sollte man aber bedenken, dass der Amazon Echo im Grunde eigentlich nichts anderes als ein weiteres Smartphone ist.

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